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Ausgabe 5Editorial

EDITORIAL

Es waren einmal ein himmlischer Engel, eine gute Fee, ein edler Prinz und ein ehrenhafter Ritter, die im Angesicht der drohenden Niederlage teuflischen Dämonen, finsteren Magiern, bösen Hexen und monströsen Bestien gegenübertraten, um letztendlich doch siegreich zu sein. Der Kampf zwischen Gut und Böse ist das wohl älteste und fundamentalste Kräftemessen der Menschheit. Seit Anbeginn der Zeit ringen Held*innen des Lichts in zahlreichen Erzählungen gegen die Mächte der Finsternis. In den meisten Religionen, Mythologien und Sagen thront dieser ewige Gegensatz über allem und von diesen heiligen Überlieferungen bahnte er sich seinen Weg in die literarische Welt von Märchen und Romanen sowie schließlich auch auf die Kinoleinwände: von Gott gegen Satan über Siegfried gegen den Drachen und Rotkäppchen gegen den bösen Wolf bis zu Ellen Ripley gegen die Aliens und Harry Potter gegen Lord Voldemort. Wie ein roter Faden zieht sich dieser altbekannte Kampf von den ältesten Erzählungen bis zu den modernsten Geschichten. Und wieso? Weil kein Kontrast so simpel, einleuchtend und nachvollziehbar ist wie das ewige Ringen zwischen Gut und Böse. Und außerdem zieht er Menschen seit jeher in seinen Bann.

Auch wir von Wirsing sind natürlich angetan von diesem Phänomen, stellt es schließlich in den meisten unserer heiß geliebten Fantasy- und Science-Fiction-Werke die ultimative Quintessenz dar. Denn was wäre Star Wars ohne die Lichtschwertduelle zwischen dem heldenhaften Luke Skywalker und dem boshaften Darth Vader?

Wie üblich betrachten wir das Thema aus verschiedenen Perspektiven. Wir diskutieren die Frage, ob der (eigentlich) ultimative Superschurke Thanos vielleicht doch gar nicht so abgrundtief böse ist, wie man auf den ersten (und zweiten, dritten etc.) Blick denken mag. Auch andere ambivalente Figuren, die sich zwischen Licht und Schatten bewegen, werden einen Auftritt in dieser Ausgabe haben.

Außerdem gehen wir dem mythologischen Ursprung der neusten Superheld*innenriege von Marvel auf den Grund, stellen euch eines der zwiespältigsten Fabelwesen überhaupt vor und bummeln von einem finsteren Großstadtmoloch in eine prunkvolle Weltmetropole, ohne im Prinzip den Ort zu wechseln. Bei Gut gegen Böse geht es natürlich auch um Kriege und Konflikte. In unserer Rubrik „Was wäre wenn?“ diskutieren wir, wie der Zweite Weltkrieg den Lauf der Geschichte verändert hat und wie er ihn bei einem anderen Ausgang hätte verändern können – Stichwort: The Man in the High Castle.

In unserem akademischen Teil zeigen wir euch, wie Philosoph*innen schon seit Jahrtausenden über die Dialektik zwischen Gut und Böse debattieren. Aus religionswissenschaftlicher Sicht ergründen wir die Glaubensvorstellungen des Dualismus – einer Weltanschauung, in der sich häufig die Grundprinzipien Gut und Böse gegenüberstehen und doch mitunter gegenseitig ergänzen. Und schließlich werfen wir in einer neuen Lagerfeuergeschichte einen schaurigen Blick auf eine der zwiespältigsten Persönlichkeiten, die je gelebt hat.

Als kleines Sahnehäubchen gibt es in dieser Ausgabe außerdem ein exklusives Interview mit dem Chemnitzer Autor Alexander Büttner, der im Oktober des vergangenen Jahres bereits den zweiten Band seiner AQUILERIA-Geschichten veröffentlicht hat.

Bis dahin könnt ihr euch schon einmal überlegen, auf welcher Seite ihr in diesem Monat steht – Gut oder Böse.

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