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Ausgabe 2Fantasy Battle

GANDALF vs ALBUS DUMBLEDORE

Heute kommt es zum ultimativ-magischen Fantasy Battle. Es stehen sich nicht nur zwei der größten Zauberer aus Buch und Film gegenüber, es ist auch ein Kräftemessen zweier Persönlichkeiten, die das Fantasy-Genre prägten: J. R. R. Tolkien und J. K. Rowling. Es ist ein Kampf der Generationen: traditioneller Epos trifft auf modernen Jugendroman. Es ist das spannendste Duell, das die Zaubererwelt je gesehen hat: Gandalf gegen Dumbledore.

Erfahrung

Gandalf gehört zum Volk der Maiar. Er ist ein langlebiges übersinnliches Wesen, welches gemeinsam mit den anderen Zauberern des Istari-Ordens nach Mittelerde entsandt wurde, um die freien Völker im Kampf gegen Sauron zu unterstützen. Der bärtige Magier weilt im Dritten Zeitalter über zwei Jahrtausende in Mittelerde und zählt in dieser Epoche zu den einflussreichsten Persönlichkeiten dieser Welt. Er ist ein ausgezeichneter Diplomat, tritt äußerst wortgewandt auf und hält in vielen Situationen die Fäden des Schicksals in der Hand. Albus Dumbledore ist ebenfalls sehr erfahren und hat zumindest schon über einhundert Jahre auf dem Buckel. Sein Einfluss mag sich auch über Hogwarts und das magische Großbritannien hinaus erstrecken, doch der Schulleiter von Harry Potter kann Gandalf in Sachen Erfahrung nicht im Ansatz das Wasser reichen. Der erste Punkt geht nach Mittelerde.

Wissen

Als magischer Diplomat verfügt Gandalf über eine gehörige Portion an Wissen. Der Graue Zauberer ist Experte für uralte und verborgene Dinge. Seine Weisheit scheint ihm aufgrund seiner Zugehörigkeit zu einer höheren Spezies angeboren zu sein. Da scheint es dann doch hin und wieder zu überraschen, dass auch der mächtige Gandalf an seine Grenzen stößt, zum Beispiel als er es nur durch einen Zufall schafft, die geheime Zwergenpforte nach Moria zu öffnen. Dumbledore hingegen wirkt in fast allen Situationen souverän, nahezu allwissend. Natürlich wird auch er mitunter von Schicksalswendungen überrascht, doch hat er meist sofort eine Antwort auf die neue Situation parat. Und was noch viel entscheidender ist: Dumbledore musste sich sein Wissen im Gegensatz zu Gandalf mühselig selbst erarbeiten. Durch sein Denkarium, in dem Erinnerungen von verschiedenen Personen gespeichert werden, kann sich Dumbledore einen weiteren Wissensvorteil verschaffen. In diesem Punkt liegt deshalb der Hogwarts-Direktor vorn.

Ehrgeiz

Die ständige Erweiterung der eigenen Fähigkeiten und des angesammelten Wissens zeigen, wie ehrgeizig Dumbledore ist. Sein Plan, die Welt vor einer Schreckensherrschaft von Lord Voldemort zu beschützen, geht sogar soweit, dass er sich seinen eigenen unvermeidbaren Tod mit fast schon erschreckendem Kalkül zunutze macht. Das übergeordnete Ziel, Voldemort zu vernichten, ist ihm weit wichtiger als sein eigenes Leben. Und auch seinen Schützling Harry Potter setzt er wissentlich dem Tod aus, um die Aufgabe zu Ende zu bringen. Das ist nicht nur ehrgeizig, sondern für einen Vertreter der „Guten“ auch eiskalt. Gandalf kann mitnichten mangelnder Ehrgeiz vorgeworfen werden, doch betrachtet man seine Möglichkeiten, erscheinen seine Handlungen mitunter etwas halbherzig. Durch seinen Rückeroberungsplan für das Zwergenreich Erebor nimmt er die Zerstörung der Seestadt durch den feuerspeienden Drachen Smaug in Kauf, er erkennt jahrzehntelang nicht, dass Bilbo Saurons Meisterring gefunden hat und er ist nicht in der Lage, den geschwächten dunklen Herrscher zu vernichten, bevor er eine Heerschar an Orks und Menschen versammeln konnte und zu alter Stärke gefunden hat. Dies wirft nicht gerade das beste Licht auf Gandalf. Dumbledore geht in Führung.

Physischer Zweikampf

Die beiden ehrwürdigen Zauberer leben in unterschiedlichen Welten und haben unterschiedliche Aufgaben. Gandalf muss in viel größerem Maße als Dumbledore die Welt retten. In Mittelerde sind Armeen sämtlicher Völker in gewaltige Schlachten verwickelt. Deshalb ist es nur allzu logisch, dass Gandalf nicht nur zaubern und beraten kann, sondern auch in der Lage ist, ein Schwert zu führen und Streitkräfte zu kommandieren. Seine Waffe Glamdring zählt zu den legendärsten Klingen Mittelerdes, in den Schlachten um Helms Klamm und Minas Tirith ist Gandalf kriegerischer und moralischer Anführer. Dumbledore kam nie wirklich dazu, seine nicht-magischen Zweikampf-Fähigkeiten zu testen, doch es ist kaum vorstellbar, dass er im Schwertkampf auch nur den Hauch einer Chance gegen Gandalf hätte.

Magische Fähigkeiten

Die entscheidende Quintessenz für den Ausgang des Kampfes sind die magischen Fähigkeiten. Dafür sind Zauberer schließlich auch bekannt. Gandalf geht eher sparsam mit dem Einsatz von derartigen Kräften um und am ehesten assoziieren wir seine Künste mit einem prächtigen Feuerwerk. Darüber hinaus nutzt Gandalf seine Zauberei natürlich auch imposant in diversen Kämpfen, zum Beispiel gegen den Balrog von Moria oder die gefürchteten Ringgeister. Meist dient seine Magie jedoch dazu, böse Kräfte abzuwehren, selten nutzt er sie für einen direkten Angriff. Mitunter wird man das Gefühl nicht los, dass Gandalf in so manchen Situationen mit einem grellen Blitz oder einer vernichtenden Druckwelle effektiver gewesen wäre als mit dem Schwert. Ob er dabei keine wirkungsvolleren Zauber benutzen kann oder ob er dies nicht möchte, bleibt reine Spekulation. Dumbledore hingegen verfügt über ein extrem breites Repertoire an Zaubersprüchen. Und er weiß sie zu benutzen. Er ist ein Meister des Apparierens, kann also in Windeseile seine Position verändern. Da Dumbledore ein Legilimentor ist, besitzt er die Gabe, die Gedanken seines Gegenübers zu lesen. Gandalf wäre vielleicht in der Lage, derartige Versuche der Verwirrung abzuwehren, aber einem gezielten Zauberspruch, ausgehend vom mächtigen Elderstab Dumbledores, hätte der Graue Zauberer aus Mittelerde wohl kaum etwas entgegenzusetzen.

Albus Dumbledore gewinnt das Duell.

Christopher stammt von den Hängen des Erzgebirges, suchte jedoch beizeiten das Abenteuer in der großen Stadt. Seit Kindertagen interessiert er sich für die Länder, Kulturen und Sprachen dieser und anderer Welten. Heraus kamen ein Ethnologie-Studium in Leipzig, die Begeisterung für Tolkiens Werke und ein Plüsch-Chewbacca auf der Couch.

Quelle
Tolkien, J. R. R. (1954/1955): Der Herr der RingeTolkien, J. R. R. (1937): Der HobbitRowling, J. K. (1997-2007): Harry Potter, Band 1-7

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