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Ausgabe 2Butterbier & Lembasbrot

KÜRBISSAFT

Für alle Hexen und Zauberer, denen Butterbier zu Mainstream ist.

Die hippe Nummer 2 der magischen Getränkegrößen

Rezept für 4 Personen

  • 100 ml Orangensaft
  • 100 ml Apfelsaft
  • 3 EL Zucker
  • 300 g Kürbisfleisch vom Hokkaidokürbis
  • Etwas Ingwer
  • 400 ml Wasser
  • 2 EL Ahornsirup
  • 1 EL Reissirup

Zubereitung

  • Kürbis schälen, würfeln und 10 Minuten kochen
  • Ingwer hacken
  • alles pürieren – et voilà
Der fertige Kürbissaft

Der große Festsaal eurer magischen Schule ist feierlich geschmückt. Wenn ihr ehrlich seid, könnt ihr gar nicht so genau sagen, was der Anlass für die heutigen Feierlichkeiten ist. Irgendeinen Grund für bunte Banner, üppige Festmahle und ausschweifende Reden findet die Schulleiterin eigentlich immer. Grübelnd geht ihr die offiziellen Feiertage gedanklich noch einmal durch: das Jubiläum der Riesenunke war erst vor zwei Wochen und die Koboldfeiereien würden nicht vor August beginnen. Vielleicht hat es etwas mit den Besenrennenmeisterschaften zu tun? Ihr interessiert euch nicht sonderlich für Sport, für Festlichkeiten, die köstlich duftendes Essen abwerfen, dafür umso mehr. Als ihr den Blick über die Tischreihen schweifen lasst, müsst ihr feststellen, dass die Krüge der meisten Schüler mal wieder nur mit Butterbier gefüllt sind. Als ihr die Fettaugen, die auf der trüben gelblichen Brühe schwimmen, erblickt, verzieht ihr das Gesicht zu einer angewiderten Fratze. Ihr gehört jener kleinen Gruppe an, die nicht nachvollziehen kann, warum manche Hexen und Zauberer auf diese Kalorienbombe abfahren. Die magische Schenke hat doch wirklich besseres zu bieten, wie zum Beispiel frischen Kürbissaft. Für euch gibt es kein schmackhafteres Gesöff als den sämigen Trank. Ihr geht auf den Tisch, der gedeckt mit allerlei Krügen und Kesseln ist, zu und müsst mit Erschrecken feststellen, dass das eiserne Behältnis, vor dem ein Kärtchen mit der Aufschrift „Kürbissaft“ prangt, vor Leere gähnt. Nur noch vereinzelte, matschige Kürbisstückchen liegen auf dem trockenen Grund. Enttäuscht seht ihr euch im Saal um und spielt schon mit dem Gedanken, einfach zu gehen (denn was ist schon ein Fest ohne Kürbissaft), als ihr am Rand des Lehrerpults noch ein halbgefülltes Glas mit der orangegefärbten Flüssigkeit erspäht. Alles in euch giert nach dem edlen Tropfen der Kürbisfrucht. Und so setzt ihr euch, mit dem vollen Bewusstsein darüber, dass es an Wahnsinn grenzt, einen Tadel für zwei Schlucke Kürbissaft zu riskieren, in Gang. Lauernd wartet ihr ab, bis euer Professor für theoretische Magie so tief in einem Gespräch mit eurer Professorin für Kräuterkunde versunken ist, bis ihr das halbvolle Glas einfach vor seiner Nase stibitzen könnt. Das Diebesgut in der Hand haltend eilt ihr schnellen Schrittes davon und vertilgt die breiige Flüssigkeit in wenigen Zügen. Zufrieden und auch ein wenig stolz auf euch (denn wann habt ihr zum letzten Mal etwas derart Waghalsiges getan) lasst ihr euch neben einem kleinwüchsigen Troll und eurer besten Freundin fallen. Das Festmahl kann beginnen!

Julia ist die Ambivalenz auf zwei Beinen. Sie lebt einerseits mit Dinosauriern und Shakespeare in der Vergangenheit, ihr (seit drei Jahren) fast vollendeter Debüt-Roman spielt jedoch in der Zukunft. Sie wollte eigentlich etwas "Sicheres" studieren und ist jetzt blöderweise im Journalismus gelandet. Dort ist sie ganz nebenbei Mate-abhängig geworden und mit ihrer Tastatur verwachsen.

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