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Ausgabe 5Weltenbummler

VON NEW YORK NACH GOTHAM CITY

Glamouröse Metropole trifft Großstadt-Moloch

GOTHAM CITY (USA; Batman/DC)

Rußige Nebelschwaden überziehen den Beton der Gassen und die von Hochhäusern umsäumten Straßenschluchten der amerikanischen Großstadt, die für ihren zwielichtigen Charme und dem ansässigen Ungeziefer bekannt ist. Superschurken, Wahnsinnige und ein Held mit dunklem Cape und dem Namen Batman wandeln unerkannt in der Finsternis von Gotham City – dem düsteren Großstadt-Moloch Nordamerikas.

Die einzige Lichtquelle scheint vom Bat-Signal zu kommen, dem Scheinwerfer, dessen Licht die Form einer Fledermaus besitzt und mit dem die Polizei den wohl einzigen Superhelden der Stadt um Hilfe ruft. Doch selbst der gelbe Kegel vermag es nicht, die Stadt zum Strahlen zu bringen. Die für Gotham City so charakteristischen Gebäude im neo-gotischen  und modernen Baustil wurden in düstere Farben getunkt und laden nicht zum Schaufensterbummeln oder fröhlichem Schlendern ein. Es verwundert daher nicht, dass die Tristesse aus Stein zu einer beliebten Wahlheimat von Schurken und Ganoven wurde.

Doch nicht nur das finstere Erscheinungsbild stellt einen Magneten für das Böse dar, auch die Entstehungsgeschichte von Gotham City versprüht eine Anziehungskraft auf fragwürdige Gestalten. Diese beginnt im Jahr 1635, als norwegische Söldner auf dem späteren Stadtgelände ein permanentes Lager errichteten. Im 18. Jahrhundert entstand dann aus dem alten Söldnerlager eine Nervenheilanstalt, um die herum sich nach und nach eine Kleinstadt, später eine wachsende Großstadt und schließlich eine Metropole entwickelte.

Auch heute noch zählt die Psychiatrie von Gotham City, das Arkham Asylum, zu den bekannteren Schauplätzen der Stadt. Das neue Gebäude der Anstalt befindet sich mittlerweile in der alten Villa Old Mercy Mansion, auf einer kleineren Insel westlich von New Gotham. Die nicht geisteskranken Gegenspieler Batmans werden im Blackgate Maximum Security Penitentiary, dem Gefängnis von Gotham City untergebracht. Dieses ist dem kalifornischen Gefängnis Alcatraz nachempfunden und beheimatete Insassen wie Faceless, Bane, Black Spider, aber auch Catwoman und Bruce Wayne (Batman) selbst. Killer und Schläger, die noch nicht inhaftiert wurden, treiben sich zumeist in Noonan’s Bar rum, die sich im heruntergekommenen Stadtviertel Cauldron befindet. Betrieben wird die Bar vom Auftragsmörder Sean Noonan.

Wer jetzt denkt, dass Gotham City ausschließlich ein Sammelherd für Kriminelle und Lebensmüde ist, liegt falsch. Denn die düstere Metropole beherbergt auch zahlreiche Ausflugsziele, Denkmäler und Wahrzeichen, die man gesehen haben sollte. So zählt die Gotham City University zu einer der besten des Landes. Zugegeben, sie ist auch Alma Mater eines bekannten Kriminellen, Scarecrow, aber nichtsdestotrotz eine sehr gute Ausbildungsstätte. Ebenfalls sehenswert und ausnahmsweise nicht von Verbrechern infiltriert ist der Gotham City Zoo, der sich im Zentrum des Robinson Parks, dem größten Park von Gotham City befindet. Weiter ist Gotham City Sitz vieler bekannter Zeitungen, wie des Gotham City Heralds, der Gotham Gazette und natürlich der Gotham City Times. Und auch „Lady Gotham“ (Statue of Justice), die sich auf der kleinen Insel im Hafen der Stadt befindet, sollte bei einer Sightseeingtour nicht ausgelassen werden.

Leider konnten nicht alle Wahrzeichen der Stadt der großen Kriminalitätsrate standhalten. So wurde der alte Uhrenturm in Old Gotham, der Clock Tower, welcher lange das Hauptquartier von der Informationsbrokerin Oracle alias Barbara Gordon war, vom Bandenführer Black Mask zerstört. Und auch das klotzige Hochhaus mit dem Namen Davenport Centre, das den Firmensitz des Millionärs Devin D. Davenport darstellte, stürzte mit den Jahren ein und wurde als waagerecht liegendes Gebäude zum neuen Hauptquartier des Kriminellen Penguin auserkoren.

Zugegeben, die Straßen von Gotham City sind nicht die sichersten des Landes und selbst bei Tageslicht funkelt Batmans Heimat nicht so schön wie die Heimat von Superman, Metropolis, es selbst an grauen Regentagen vermag, doch wer Nervenkitzel erleben möchte, ist hier definitiv in der richtigen Stadt.

NEW YORK (USA)

„If I can make it there I’ll make it anywhere. It’s up to you New York, New York“, sang einst Frank Sinatra über die Stadt, die niemals schläft, Big Apple, die Heimat der Träumer und jener, die hoch hinaus wollen. Silbrig glänzende Hochhausfassaden, auf den sich die Sonne und die Wolken spiegeln, geschäftige Menschen, gekleidet in Designeranzügen und glitzernden Kostümen, die eilig über Straßen laufen und bunte Pop-up-Stores, die minütlich aus dem Boden sprießen – das alles verbinden wir mit der Welt-Metropole am Hudson River. Ist etwas trendy und hip kommt es meist aus New York. Denn kaum eine Stadt ist dynamischer, vielfältiger und versprüht mehr positive Energie.

Im Big Apple scheint immer was  los zu sein: am Abend wird zusammen mit VIPs in angesagten Clubs getanzt, während tagsüber all die weltbekannten Attraktionen und Wahrzeichen der Stadt erkundet werden. Wir alle kennen das Empire State Building, den Time  Square, den Central Park, die Brooklyn Bridge, das Chrysler Building und natürlich die Freiheitsstatue , sei es aus Film und Fernsehen, oder weil wir, angesteckt vom New York-Hype, die Welthauptstadt schon auf eigene Faust erkundet haben. Und wie könnte man sich schon gegen diesen Hype verschließen? New York ist die Heimat von Zeitungen wie dem Wall Street Journal und der New York Times sowie Standort von weltbekannten Universitäten wie der NYU, in dessen Vorlesungssälen bereits Anne  Hathaway und Alec Baldwin unterrichtet  wurden, und der Columbia University, die bereits der Gründervater Alexander Hamilton besuchte. Eine einfache Spritztour durch den Central Park ist nicht nur ein Parkspaziergang, es ist eine Tour durch die Filmgeschichte. Beim Shoppen in den Geschäften rund um die 5th Avenue kommt man nicht umhin, sich wie die Hauptcharaktere von Gossip Girl oder Sex and the City zu fühlen, beim Besuch in einem gemütlichen Café wartet man stets auf seine Friends und abends im Pub hält man nach der HIMYM-Clique Ausschau.

Doch woher stammt eigentlich der Name der Stadt, den vermutlich jedes Kind schon einmal gehört hat? Zurückzuführen ist er auf die Engländer.1664 landeten vier englische Kriegsschiffe am Hafen und benannten die ehemalige niederländische Kolonie, Nieuw Amsterdam, nach dem Herzog von York, dem Bruder des englischen Königs Karl II um. Ein royaler Start für das baldige Kronjuwel der Metropolen.

New York ist also genauso glamourös wie auf den Kinoleinwänden und somit das komplette Gegenteil von Gotham City? Alles glänzt, funkelt und hinter jeder Ecke wartet eine wunderbare Möglichkeit? Nicht ganz. Umso mehr es in der einen Ecke funkelt, umso finsterer scheinen die umliegenden zu sein. Gewiss ist New York keine Kopie von Gotham City, auch wenn sie der düsteren Heimat Batmans als Vorbild diente, doch Polizeisirenen kann man auch in unserem New York zu jeder erdenklichen Uhrzeit durch die Straßen hallen hören. War das ein Schuss oder ein defekter Auspuff? Diese Frage stellen sich New Yorker und Touristen mehrmals am Tag und auch die Handtasche sollte man nicht so luftig locker über der Schulter baumeln lassen, wie Carrie Bradshaw es bei einer ausgiebigen Shoppingtour zu tun pflegt.

Julia ist die Ambivalenz auf zwei Beinen. Sie lebt einerseits mit Dinosauriern und Shakespeare in der Vergangenheit, ihr (seit drei Jahren) fast vollendeter Debüt-Roman spielt jedoch in der Zukunft. Sie wollte eigentlich etwas "Sicheres" studieren und ist jetzt blöderweise im Journalismus gelandet. Dort ist sie ganz nebenbei Mate-abhängig geworden und mit ihrer Tastatur verwachsen.

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